Wir alle wollen ein gutes Leben. Und dazu gehört eine gute Gesundheitsversorgung.
Im Praxenland haben wir Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten, die uns behandeln, begleiten – und kennen.
Und so soll es bleiben.

Willkommen im Praxenland

Über die Kampagne

Podcast

Ärztestimmen: Aus dem Praxenland

Praxenland in Zahlen

Dokuserie: Ärzte am Limit

Wir werden lauter

Deutschlandkarte: So alt sind Haus- und Fachärzte

Lass dich nieder in Praxenland

I ♡ Praxenland: Jetzt die Kampagne unterstützen! Sticker & Materialien für die Praxis

Willkommen im Praxenland

Willkommen im Praxenland. Einem Land, wo Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten nicht nur die Krankenakte ihrer Patienten kennen, sondern auch ihre Geschichte.

Lass dich nieder in Praxenland: Hier wird aus einem leeren Raum ein Ort fürs Leben. Wohin man gerne kommt. Wo Zeit ist zum Zuhören. Und wo Ärztinnen und Ärzte ihren Job machen können, wie es zu ihnen passt.

Über die Kampagne

Deutschland ist Praxenland – und muss es bleiben: Darauf macht die laufende Kampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) aufmerksam. Sie erzählt vom Wert der ambulanten Versorgung durch Hausarzt-, Facharzt- und Psychotherapeutenpraxen, wie sie prägend für Deutschland ist. 

Im Mittelpunkt stehen dabei die Nähe und das vertrauensvolle Miteinander zwischen Menschen und „ihrem“ Arzt oder „ihrer“ Ärztin, die für sie da sind, wenn sie krank sind. So wird deutlich, was auf dem Spiel steht, wenn die Politik die Rahmenbedingungen für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte nicht verbessert: Denn viele Auflagen durch unnötige Bürokratie oder nicht funktionierende digitale Strukturen erschweren ihnen die tägliche Arbeit. Vor diesem Hintergrund haben immer mehr Praxen Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden. Die aktuellen Motive der Kampagne sprechen seit Anfang 2026 daher diese nächste Generation an und zeigt ihnen, welche Vorteile die Niederlassung trotz aller Widrigkeiten mit sich bringt. 

Die #Praxenland-Motive 

Das Praxenland ist zentral für die medizinische und psychotherapeutische Versorgung der Menschen: Diese kann ohne starke Praxen nicht funktionieren. Die Praxen sind zudem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sie geben hunderttausenden Menschen Arbeit. Sie sind überall, flächendeckend und wohnortnah, ihr Angebot ist niedrigschwellig. Damit tragen sie zum Miteinander und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.

Die ersten #Praxenland-Motive waren Anfang 2025, im Vorfeld der Bundestagswahl, zu sehen und appellierten an die Politik, sich zu einer zeitgemäßen, ambulanten Gesundheitsversorgung zu bekennen. In den folgenden Monaten rückte vor allem die Stärke des Praxenlandes als Kernaussage in den Fokus der Kampagne.

„Für Sie nah“: Start der Kampagne 

Die #Praxenland-Motive knüpfen an die „Für Sie nah“-Kampagne an, die seit 2024 den Wert der ambulanten Versorgung für Patientinnen, Patienten und die Gesellschaft zeigt. Hier zeigen wir die TV-Spots, die in diesem Rahmen entstanden sind: „Wir sind Ihre Ärztinnen und Ärzte“ und „Wir sind Ihre Patientinnen und Patienten“. 

Im Sprechzimmer – der Podcast aus dem Praxenland

Wie sieht der Alltag in der Arztpraxis aus?
„Im Sprechzimmer. Der Podcast aus dem Praxenland“ wirft einen Blick hinter die Kulissen und fragt die, die es wissen müssen: niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. „Im Sprechzimmer“ erzählen sie, wie es wirklich ist: Wenn Patient auf Patientin folgt und die Telematikinfrastruktur mal wieder zusammenbricht. Wenn die Praxis zum OP wird. Oder wenn am Wochenende in der Bereitschaftspraxis die Notfälle Schlange stehen. Wie ist das, im Supermarkt auf Patienten zu treffen? Wie viel Klatsch und Tratsch gibt’s im Wartezimmer? Und auf welche Herausforderungen stößt eine junge Ärztin, die eine Praxis übernimmt?
 
Moderiert wird „Im Sprechzimmer“ von Franziska Walser.

Ärztestimmen: Aus dem Praxenland

Nähe, Vertrauen … und ganz viel Leben: Dr. Britta Schmidt, Hausärztin aus Berlin, Christoph Rödiger, Internist aus Erfurt, und Male Müller, Internistin aus Rendsburg, sprechen darüber, was das Praxenland ausmacht – und warum Deutschland Praxenland bleiben muss. 

Ärztemangel auf dem Land, ambulante Versorgung in Gefahr – und Patientinnen und Patienten, denen die Ansprechpartner fehlen: Hier sprechen die Kampagnengesichter über Herausforderungen. Warum ist das Praxenland, wie wir es kennen, bedroht? 

Überbordende Bürokratie, chaotische Digitalisierung und fehlende Wertschätzung: Was den Praxisalltag belastet – und was die Politik tun kann, damit mehr Zeit für Patientinnen und Patienten bleibt.

Wir haben mehrere Ärztinnen und Ärzte gefragt, was sie sich von der Politik wünschen, warum Nähe so wichtig ist, um für die Patientinnen und Patienten da zu sein. Und welche Rolle das Team spielt, damit eine Praxis – und damit das Praxenland – wirklich funktioniert. Zu Wort kommen

  • Dr. Panos Bouliopoulos, Orthopäde aus München
  • Dr. Oskar Kuhnert, Landarzt aus Eutin
  • Maijana Linhardt, Kinder- und Jugendärztin aus Eberswalde
  • Dr. Denise Lundershausen, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin aus Erfurt
  • Dr. Nicole Mattern, Gynäkologin aus Berlin
  • Dr. Kristin Müller-Popkes, Psychotherapeutin aus Hamburg
  • Dr. Henning Pelz, Onkologe aus Offenburg
  • Klaus-Peter Schaps, Hausarzt aus Wilhelmshaven

Die komplette Interviewreihe mit diesen Ärztinnen und Ärzten findet sich auf dem YouTube-Kanal der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Unser Praxenland in Zahlen

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Deutschland ist Praxenland – mit einem engmaschigen Netz von Hausarzt-, Facharzt- und psychotherapeutischen Praxen. Fast überall in Deutschland erreichen Menschen die nächstgelegene Hausarztpraxis innerhalb von 15 Minuten. Sie sind es gewohnt, zu „ihrer“ Facharztpraxis zu gehen, eine Hausärztin zu haben, die sie begleitet, einen Ort, wo man sie kennt. 

72 Prozent der Patientinnen und Patienten sagen, dass ihre Ärzte für sie Vertrauenspersonen sind. Denn die Ärztinnen und Ärzte sind persönlich für sie da, rund eine Milliarde Mal im Jahr: Sie sind die erste Anlaufstelle rund um die Gesundheit, begleiten Menschen langfristig und erkennen Krankheiten frühzeitig. Auch einen Großteil der ambulanten Notfallversorgung übernehmen die Praxen direkt vor Ort.  

 

Zugleich sind die Praxen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Rund 780.000 Menschen sind hier beschäftigt, mehr als aktuell in der Automobilindustrie. Die Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung beziffert die Bruttowertschöpfung der Arztpraxen 2024 auf rund 52 Milliarden Euro. In den vergangenen zehn Jahren ist dieser Wert um rund 15 Milliarden Euro gestiegen. Damit erwirtschaften die Arztpraxen rund jeden zehnten Euro in der Gesundheitswirtschaft.  

Noch ist das Praxenland Deutschland leistungsstark. Doch es ist bedroht. Mehr als 5.000 Hausarztsitze sind schon heute nicht besetzt, besonders in ländlichen Regionen. In vielen weiteren Praxen steht ein Generationswechsel an. Dabei ist die Nachfolgersuche oft schwierig. Denn eine Praxisgründung oder -übernahme schreckt viele junge Medizinerinnen und Mediziner ab. Die Arbeitsbedingungen gelten als wenig attraktiv. Die Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist: 91 Prozent der Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten fühlen sich durch Bürokratie überlastet. Viele denken über einen vorzeitigen Ruhestand nach. Wenn die Praxen nicht entlastet werden, drohen Versorgungslücken – vor allem für chronisch Kranke, ältere Menschen und die Bevölkerung im ländlichen Raum.   

Dokuserie: Ärzte am Limit

Die Ärztinnen und Ärzte in den Praxen sind mit viel Herzblut für ihre Patientinnen und Patienten da. Doch die politischen Rahmenbedingungen erschweren ihre Arbeit zunehmend. Die Dokuserie #ÄrzteAmLimit begleitet Niedergelassene bei ihrer Arbeit – und sie zeigt, warum es so wichtig ist, das Praxenland zu retten.  

Wir werden lauter

Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten werden lauter: Das Praxenland darf nicht kaputtgespart werden – Deutschland muss Praxenland bleiben!

Politik und Krankenkassen versprechen den Bürgerinnen und Bürgern einen geradezu unendlichen Leistungsanspruch und noch mehr und noch schnellere Termine in den Praxen. Gleichzeitig will das Bundesgesundheitsministerium in seinem sogenannten GKV-Stabilisierungsgesetz die Gelder für die ambulante Versorgung massiv kürzen. Das bedeutet weniger Leistungen. Außerdem sollen Anreize für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten gestrichen werden, die einst zu Recht geschaffen wurden, um überhaupt noch mehr Termine anbieten zu können.

Dabei stemmen die Praxen aktuell rund 97 Prozent der Patientenversorgung mit rund einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten jährlich. Aktuell gehen mehr als 40 Millionen Facharzttermine „aufs Haus“, werden also nicht vergütet. Jetzt scheint sich Politik zu denken: Wir nehmen noch mehr Finanzmittel weg – die in der Patientenversorgung fehlen werden – und verlangen noch mehr Leistungen von den Praxisteams. Hinzu kommt, dass die Krankenkassen in einem Schiedsverfahren gegen unsere Stimmen pauschale Kürzungen von 4,5 Prozent bei den Psychotherapeuten erzwungen haben. Das ist respektlos gegenüber Ärzten, Psychotherapeuten und Patienten gleichermaßen! Dagegen wehren wir uns.

Diese harten Einschnitte bedrohen die ambulante Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten: Werden die Mittel gekürzt, müssen die Praxen ihren Betrieb anpassen. Dann können sie nicht mehr dieselbe Versorgungstiefe anbieten wie bisher. Wartezeiten auf den nächsten Termin werden dadurch nicht kürzer, sondern länger. Natürlich werden akute und medizinisch dringende Behandlungsfälle weiterhin so schnell wie möglich behandelt werden. Doch die Wünsche von Politik und Krankenkassen nach noch mehr schnelleren Terminen für alle werden dann definitiv nicht erfüllbar sein.

Drei wichtige Fakten

  • Praxen sind das Rückgrat der medizinischen Versorgung vor Ort. Sie übernehmen 97 Prozent der Behandlungsfälle, verbuchen jedes Jahr eine Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte.
  • Praxen sind keine Kostentreiber: 16 Prozent der Leistungsausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung entfallen auf die ambulante Versorgung. Zum Vergleich: Die Krankenhäuser übernehmen drei Prozent der Behandlungsfälle, verursachen aber 33 Prozent der Kosten.
  • Wer weniger zahlt, bekommt weniger: 40 Millionen Facharzttermine werden schon heute nicht bezahlt; Ärztinnen und Ärzte bieten diese Sprechstundenslots an, ohne einen Cent dafür zu bekommen. Wenn ihre Einnahmen weiter zurückgehen, funktioniert das nicht mehr.

 

Die Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten fordern die Politik auf, das Praxenland nicht kaputtzusparen. Die Versorgung durch die nahezu 100.000 Praxen ist wohnortnah, patientennah und wirtschaftlich – und muss deshalb gestärkt werden.

Zentrale Kritikpunkte und Stellungnahme

Hier die zentralen Kritikpunkte der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie die Stellungnahme zum Referentenentwurf für des Bundesgesundheitsministeriums vom 16. April 2026

 

Selbstverwaltung
Das Prinzip der Selbstverwaltung ist eine tragende Säule des deutschen Gesundheitssystems.
Politik
Das Gesundheitswesen braucht eine verlässliche Gesundheitspolitik.
Finanzierung
Als Investition in die Zukunft des Gesundheitswesens muss eine angemessene Finanzierung gesichert sein.
Rahmenbedingungen
Gute Medizin braucht einen passenden Rahmen: für mehr Versorgung und weniger Bürokratie.
Steuerung
Mehr Steuerung und Orientierung in unserer Versorgung
Leistung
Leistung im Gesundheitswesen muss sich lohnen.

Deutschlandkarte: So alt sind Haus- und Fachärzte

Rund ein Drittel der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist 60 Jahre oder älter. In der hausärztlichen Versorgung ist der Anteil derjenigen, die in absehbarer Zeit in Ruhestand gehen, sogar noch höher, in vielen Regionen im Westen Deutschlands liegt er bei mehr als 40 Prozent. Was wird aus der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung, wenn diese Praxen keine Nachfolgerinnen und Nachfolger finden? 

Auf der Deutschlandkarte ist der Anteil der Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten in der Altersgruppe 60 plus farblich hervorgehoben. 

 

Lass dich nieder in Praxenland

In der eigenen Praxis können Ärztinnen und Ärzte ihren Alltag selbst gestalten. Sie tragen Verantwortung für ihre Patientinnen und Patienten, aber auch als Unternehmer und Arbeitgeber. Ob Teamkonstellation, Praxisräume, Abläufe oder Sprechzeiten – über viele Dinge entscheiden sie frei. 

Eine aktuelle Studie von 2025 zeigt, dass die große Mehrheit der Praxisärztinnen und -ärzte vor allem die Unabhängigkeit und die Therapiefreiheit schätzt. So sind 77 Prozent der neu niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten nach einem Jahr zufrieden mit ihrem Schritt in die Selbstständigkeit und würden sich wieder für eine eigene Praxis entscheiden. Ein weiterer häufig genannter Vorteil: Die Arbeitszeiten sind planbar und meist flexibel zu gestalten, was die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erleichtert. Auch die Wertschätzung durch die Patientinnen und Patienten sowie die Qualität der medizinischen Versorgung werden hervorgehoben.

Dabei sind die Möglichkeiten in der Niederlassung breit gefächert, von der Einzelpraxis über die Gemeinschaftspraxis bis zum Job-Sharing sind viele Arbeitsmodelle möglich. Wer selbst eine Praxis übernimmt oder gründet, kann dadurch seine individuellen Vorstellungen verwirklichen. 

Im Rahmen der Kampagne haben wir mit fünf niedergelassenen Haus- und Fachärztinnen bzw. -ärzten gesprochen. Warum stehen sie hinter dem Aufruf „Lass dich nieder in Praxenland“? Was ist das Schönste an ihrem Alltag in der Praxis?